UnterhaltungsindustrieDeutsche Online-Casinos bald fester Bestandteil der Unterhaltungsindustrie?

Das Glücksspiel ist von unserer kulturellen Geschichte unzertrennlich. Spielen ist so menschlich wie singen, lachen oder denken. Es dient der Unterhaltung. Ob ein fallender Würfel, eine drehende Kugel, die Farbe einer Karte oder die Zahlen im Lotto, alles beruht auf demselben Prinzip, nämlich den Zufall bestimmen zu lassen, wer gewinnt und wer verliert. Das Spiel hat sich Parallel mit der Menschheit entwickelt, und hat heute ihren Ehrenplatz zusammen mit Film, Musik, Theater oder Fernsehen. Glücksspiel wird mittlerweile studiert und analysiert, es schafft Arbeitsplätze und beschert seinen Betreibern – und auch manchen Glückspilzen – Vermögen. Es war nicht immer so. Lange Zeit wurde das Spiel als ein Laster gesehen, eine soziale Sünde, fern von dem, womit anständige Mitglieder der Gesellschaft ihre freie Zeit verbringen sollten.

Langsam wendete sich das Blatt. Von den Kneipen und Hafenspelunken, kam die Spielgewohnheit über militärische Feldlager bis zum Adel, um dann durch dessen Dienerschaft weiter geprägt zu werden, bis das Zocken ein geläufiger Brauch wurde. Heute sind Spielhallen und Casinos weit verbreitet, und werden von den unterschiedlichsten Menschen besucht. Eine aktuelle Auflage vom Glücksspiel ist im Internet zu finden. Die traditionellen Spielautomaten haben längst ihren Weg in die digitale Welt gemacht, und eine wachsende Anzahl von Anbieter drängt sich um neue Kunden, die weiter in großen Mengen ihr Vergnügen suchen, zu sichern.

Die Spiele erfinden sich Neu

Obwohl die traditionellen Tischspiele noch die Visitenkarte der Casino-Welt sind, folgt diese den Zeitgeist und vervielfacht ihr Spielangebot. Die Anzahl der Casinobesucher sinkt, auch wenn der Pandemie-Effekt mitgerechnet wird. Stattdessen wenden sich die Spieler dem Internet. Kaum zu übersehen vor lauter Werbung, erscheinen ständig neue digitale Casinos wie am laufenden Band. Die Branche profitiert auch von den konventionellen PC- und Konsolenspiele, dessen Entwicklungen es übernimmt, wie zum Beispiel die modernen 3D-Grafiken, die in Slots verwendet für Spannung und Echt-Effekt sorgen. So stehen dem Internetnutzer neben bekannte Spiele wie Roulette oder Blackjack eine riesige Auswahl von virtuellen Spielautomaten in allen möglichen Formen zur Verfügung.

Dazu ist mit einem Angebot von Live-Spiele, Bingo und Lotterien für alle etwas da. Das die Leute sich dann im Internet “treffen” um per Chatbox “zusammen” zu zocken, wird von einer steigender Anzahl Leute dem physischen Casinobesuch vorgestellt.

Die Behörden kommen – langsam – mit

Dass das Spiel in unserer Zeit als eine normale Unterhaltung gesehen wird, hat es nicht zuletzt der Tatsache, dass es ein Millionenschweres Geschäft ist, zu verdanken. Anders als in der Vergangenheit, wo Casinos im Untergrund geduldet wurden, indem sie den passenden Funktionären Schmiergeld unter dem Tisch zahlten, sind Casinos heute Teil der Wirtschaft, zahlen fleißig ihre Steuer und arbeiten mit den zuständigen Behörden um Suchtprobleme und individuelle finanzielle Schwierigkeiten zu mindern. Mit dem Online-Spiel hat es länger gedauert, um Länder und Bund auf ein umfangreiches Konzept zu bringen, und das Spielen im Internet in Deutschland war bis auf wenigen Ausnahmen praktisch Illegal. Dass viele weiterhin durch die digitale Hintertür Zockten, war wohl ein sehr schlecht verborgenes Geheimnis.

So ist ein neuer Glücksspielstaatsvertrag entstanden, der ab Juli 2021 in voller Kraft eintreten soll. Die neue Regelung erlaubt fortan privaten Unternehmer, das Glücksspiel auf legaler Weise im Internet anzubieten, was ein Ende des bis jetzt gültiges staatliches Monopol mit sich bringt. Die Casinobetreiber, auch die, die bis jetzt nicht völlig lizenziert waren, dürfen während einer Anpassungsphase vorerst weiter ihre Online-Spiele anbieten, und haben bis Juli Zeit, ihre Verfahren mit den neuen Regeln gleichzustellen.

Was wird sich Ändern?

Die neuen Richtlinien sind noch nicht haargenau entworfen, doch einiges ist schon bekannt. Um in Deutschland Online-Casinos zu betreiben, müssen die Anbieter eine Lizenz beanspruchen. Diese kommt mit einer Reihe Rechte und Pflichten. Der Nutzer soll jederzeit über bestimmte relevante Informationen verfügen, untere anderem:

  • Welche Kosten mit jedes Spiel verknüpft sind;
  • Wie lange er sich im Spiel aufhält;
  • Wie hoch der Hausvorteil für jedes Spiel ist;
  • Was für eine Software die zufälligen Ereignisse bestimmt;
  • Wie und wo er eine Beschwerde vorlegen kann

Nebenbei sollen dem Spieler in effektiver Weise Informationen über Spielsucht und andere potenzielle Gefahren zur Verfügung gestellt werden. Er soll sich auch ohne zu viel Aufwand vom Spiel absagen oder sperren lassen können. Diese und weitere Maßnahmen sollen von einer geplanter Bundesaufsicht für Glücksspiel überprüft werden. Die Einzelheiten zu diesem Verfahren sind jedoch noch nicht bekannt.

Fazit

Die Regelung des Online-Spiels ist ein willkommener Schritt in einem Weg, der zwar vor kurzem eingeschlagen wurde, doch eine lange Reise verspricht. Die Gleichstellung von Staat und privater Unternehmer für das Anbieten von Glücksspiel ist langfristig eine Entscheidung, die für alle Teilnehmer von Vorteil sein wird. Die Spieler können so problemlos ihr Spaß haben, wohl wissend, dass alles mit rechten Dingen gemacht wird, der Anbieter regelrecht sein Angebot präsentiert und dass der Staat sein Anteil versteuert bekommt.

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