deutsche Regulierung

Es ist wohl kaum zu übersehen, dass das Glücksspiel im Internet ein gewaltiges Wachstum erlebt. Dutzende von Anbieter überschlagen sich, mit teils sehr aggressive Werbung, um die stets wachsende Anzahl von neuen Kunden für sich zu bekommen und bei sich zu behalten. Auch die Corona-Pandemie zeigt unvorhergesehen Folgen, mit einer Vielfalt von Menschen, die zu Hause bleiben müssen und sich die Zeit am Rechner oder am Smartphone mit ein bisschen Zocken vertreiben.

Deutschland hat sich Zeit gelassen, und ist das letzte EU-Land, dass den Online-Spielbetrieb wirksam unter Gesetz stellen wird. Schon seit Mitte Oktober 2020 dürfen Online Casinos in der Bundesrepublik frei operieren, wenn auch in einem grauen Bereich, und offiziell nicht als “Casinos”, sondern unter Namen wie “virtuelle Spielotheken”, “Online Spielhallen” oder derartiges. Diese Übergangsphase soll sich bis zum Sommer 2021 ausdehnen. Ab einem noch nicht genauen Zeitpunkt müssen dann alle Online-Anbieter damit zurechtkommen, ganz genaue Richtlinien zu folgen, um eine Lizenz fürs Anbieten von Glücksspiel in Deutschland zu behalten.

Was ändert sich?

Auf den ersten Blick, nicht viel. Das Spielangebot wird weitgehend unverändert zu finden sein. Der neue Glücksspielstaatsvertrag soll alle Bundesländer unter einem Dach stellen, indem es die Grundlage für umfassende Richtlinien für das ganze Land fördert. Die verschiedene Anbieter, auch die, die bis jetzt illegal operierten, sind seit Oktober alle geduldet, und haben bis zum Eintritt der neuen Maßnahmen Zeit, ihre Plattformen entsprechend anzupassen. Danach dürfen sie mit ihrem Geschäft weitermachen, solange sie sich an den neuen Regeln halten.

Neue Regeln – sicheres Spiel

Die angepassten Richtlinien dienen hauptsächlich zum Schutz der Spieler. Es soll zum Beispiel für den Nutzer schnell und einfach zu sehen sein, wie lange gespielt wurde und was sich dabei von Verluste und Gewinne ergab. Dazu sollen die Spieler ein wöchentliches Einzahlungslimit bestimmen. Es soll pro Spiel ein Einsatz von nicht mehr als ein Euro im Automatenspiel erlaubt sein. Außerdem muss ein sogenannter Panikknopf bereitgestellt werden, damit sich die Spieler jederzeit selbst sperren können. In Sachen Werbung gibt es auch strengere Vorgaben. Die Betreiber werden gezwungen sein, für manche Spiele weniger lautstark oder erst gar nicht zu werben, so wie es auch mit dem klassischen Glücksspiel schon Norm ist.

Diese und andere Maßnahmen sollen das Suchtrisiko mindern und etwaige finanzielle Schwierigkeiten für die Spieler vermeiden. Im Grunde will die Regierung es schaffen, ein bis jetzt fast gesetzloses Bereich des Glücksspiels unter Kontrolle zu bekommen, die wirtschaftlichen Umstände von Spielern und Anbietern klären, und natürlich auch damit profitieren.

Die Umsetzung könnte schwierig sein

Es ist noch nicht ganz Klar, wie genau das Beibehalten der neuen Normen kontrolliert und geregelt werden soll. Die Länder brauchen sich noch über manches zu einigen, nicht zuletzt über den zuständigen Behörden, die mit der Überprüfung und eventuelles Sanktionieren von Online Spielanbieter zu tun haben werden. Die Umsetzung vom kommenden Glücksspielstaatsvertrag kommt keine Minute zu Früh. Das Online Glücksspiel ist kaum noch wegzudenken, und dass die viele Betreiber unter gleichen Bedingungen ihr Spielangebot anbieten, ist am Ende am meisten für den Verbraucher von Vorteil.