spesen im casino

Letztes Jahr interessierte sich die Justiz für die FPÖ nach der Ibiza-Videos. Bei umfangreichen Ermittlungen und Durchsuchungen der Häuser von Parteimitgliedern wurde die Spesen- oder die Casino-Affäre aufgedeckt.

Die Veröffentlichung des Videos aus Ibiza führte nicht nur zum plötzlichen Ende der politischen Karriere von Heinz-Christian Strachet. Dieser Vorfall führte auch zum Ende der türkisblauen Koalition. Darüber hinaus interessierte sich die Justiz sofort für diesen Fall: Durchsuchungen wurden durchgeführt, eine Untersuchung ist fortgesetzt. Die Causa wurde noch nicht abgeschlossen, es wurden noch keine Anklagen erhoben.

Novomatic zahlt alle

Die Sätze “Novomatic zahlt alle“, das Versprechen von Regierungsverträgen für millionenschwere Spenden (es gab keine Untersuchung in diesem Fall, da Strache und Gudenus 2017 nicht dafür verantwortlich waren) und die Prahlereien über Geldwäsche durch mit Partei verbundenen Organisationen, umgehend den Rechnungshof – die Staatsanwälte für Wirtschaft und Korruptionsbekämpfung interessierten sich für all dies. In der Bundeskriminalpolizei wird eine Sonderkommission eingesetzt, der wiederholt vorgeworfen wurde, der ÖVP nahe zu sein. Die Wiener Staatsanwaltschaft hat die Ersteller des Videos ernst genommen. Die Causa wurde als geheime Information erklärt.

Im vergangenen Sommer haben die Behörden die Erklärung Strache, dem ehemaligen FPÖ-Chef Johann Gudenus und anderen eingereicht. Es ging um die Ernennung von Peter Sidlo zum CFO des Casinos Austria, der auch FPÖ-Вezirksrat in Wien war. Der Verdacht bestand darin, dass Peter Sidlo vom ex-Miteigner von Novomatic nach einem politischen Deal in den Bezirksrat berufen wurde. Er wiederum wies die Anschuldigungen immer scharf zurück. Die Ermittler konzentrierten sich auch auf Markus Tschank, den Rechtsanwalt, bis letztes Jahr der Eigentümer des FPÖ-Mandats und gleichzeitig der Finanzdirektor der Partei.

Hausdurchsuchungen betrafen auch ÖVP

Der Casino-Fall betraf auch die FPÖ-Koalitionspartner ÖVP. Im vergangenen November wurden Durchsuchungen in der staatlichen Holding ÖBAG durchgeführt. Sie suchten auch zwei türkis/schwarzen Ex-Minister Hartwig Löger und Josef Pröll. Die Tatsache, dass letzterer vom Leiter des Justiz-Sektions Christian Pilnacek persönlich empfangen wurde, wurde zu einer Praxis, deren Fertigstellung letztendlich einen grünen Justizminister erforderte. Die Polizei erschien sich auch beim Finanzministerium und beschlagnahmte die Dokumentation, die dem ehemaligen FPÖ-Finanzstaatssekretärs Hubert Fuchs gehörten.

Ein weiteres unangenehmes Thema für Strache ist die Spesenabrechnung. Auffällig waren nicht nur die hohen Zahlungen an den ehemaligen Leiter der Wiener FPÖ. Strache soll die privaten FPÖ-Ausgaben mit gefälschten Quittungen durch seinen Leibwächter gedeckt. Es gibt auch Fragen zum Fotografieren einer Sporttasche mit Geld. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft stammt dieses Geld von ukrainischen Oligarchen, um dem Nationalrat ein bequemes Mandatar zu fördern.

Der sogenannte Shredder-Fall war auch für ÖVP unangenehm, insbesondere am Vorabend der Nationalratswahl. Nachdem die Festplatten aus dem ÖVP-Büro zerstört worden waren, bestand der Verdacht, dass die Partei von dem Video gewusst haben könnte, bevor es rauskam. Die Partei war über diesen Vorwurf empört. Am Ende fand die WKStA keine Beweise dafür, aber dennoch versuchte das ÖVP-Management sie mit dem Vorwurf “roter Netzwerke” zu disziplinieren. Im Februar stellte die Wiener Staatsanwaltschaft die Untersuchung zur Zerstörung von ÖVP-Aufzeichnungen ein.

Möglicher FPÖ-Postenbetrug

Im März wurde bekannt, dass die WKStA ihre Casino-Untersuchung zu dem mutmaßlichen Postenbetrug bei der FPÖ ausgeweitet hat. Medienberichten zufolge wurden die Razzien auch im Novomatic-Hauptquartier in Gumpoldskirchen und bei ehemaligen FPÖ-Mandatar Tschank durchgeführt. Die Ermittler hatten im Fadenkreuz die 240.000 € Zahlung von Novomatic an das FPÖ-nahe „Institut für Sicherheitspolitik“ (ISP). Die Hauptfrage der Ermittler: Hat Novomatic an den FPÖ-nahen Verein als Gegenleistung für eine Glücksspiellizenz bezahlt? Die Behörden sind auch an großen Schenkungen des Novomatic-Besitzers Johann Graf interessiert.

Mitte April wurde mindestens eine Anklage in einem Nebenstrang eingereicht. Dies sind die Personen, die an der Erstellung des skandalösen Videos beteiligt wurden sollen.