Dieses Spielsystem beim Roulettespielen beruht auf demselben Prinzip wie das Martingale System. Jedoch, wie der Name auch schon erraten lässt, auf umgekehrter Weise eingesetzt. Bei der ursprünglichen Martingale Strategie wird nach einer verlorenen Runde der Einsatz verdoppelt. Die Idee ist, dass irgendwann eine Wette gewinnt und die verlorenen Beträge zurückholt und einen kleinen Gewinn, in der Höhe des ersten Einsatzes, dazu einbringt. Eine genauere Auseinandersetzung der Martingale Strategie zeigt, dass die zu spielende Einsätze sich bei einer Verluststrähne rasch erhöhen, sodass es bald für den Spieler zu einer Situation kommen kann, wo er nicht mehr imstande ist, das System umzusetzen und inzwischen ein heftiges Minus auf dem Konto einbuchen muss.

Die “Umgekehrte Martingale” funktioniert eben umgekehrt. Der Einsatz wird nach jeder verlorenen Runde nur wiederholt, aber nach jedem Gewinn unberührt gelassen. Anders gesagt, der gewonnene Betrag wird dem ursprünglichen Einsatz addiert und das ganze spielt weiter, bis ein bestimmter Betrag – der Zielbetrag – erreicht wird. Wenn der Zielbetrag erreicht ist, wird es beiseite gestellt und das ganze fängt wieder von vorne an. Auf dieser Weise versucht man, eine eventuelle “Glückssträhne” optimal auszunutzen, indem mit “Hausgeld” gespielt wird. Ein deutlicher Vorteil dieser Strategie ist, dass ein relativ niedriges Budget reicht, um für eine längere Zeit sein Spaß zu haben. Je nachdem, wie hoch der Spieler sich sein Zielbetrag einstellt, stehen die Chancen, diesen zu erreichen, auch nicht außerhalb des Machbares.

Um dieses System umzusetzen, braucht der Spieler ein Startguthaben und muss auch folgende Dinge festsetzen:

  • Was für einen Grundbetrag er einsetzen will;
  • Wie viel er gewinnen will – der Zielbetrag;
  • Was für eine Wette er tätigen will;
  • STARTGUTHABEN

    Der Startguthaben sollte ein Betrag darstellen, den der Spieler bereit ist, in einer Spielsitzung womöglich zu verlieren. Dieser sollte nicht über die finanziellen Möglichkeiten des Spielers gehen!

    GRUNDBETRAG

    Der Grundbetrag ist der Einsatz, mit dem jeder Zyklus beginnt. Dieser wird nach jedem gewonnenen Spiel verdoppelt und kann deshalb sehr schnell wachsen, das allerdings ohne weitere Einzahlungen aus dem Spielguthaben zu verlangen.

    ZIELBETRAG

    Der Zielbetrag wird vom Spieler frei gewählt. Wenn eine Reihe von Gewinne antritt, kann dieser schnell erreicht und beiseite gelegt werden. Da der Spieler wieder von vorne anfängt, ist es durchaus möglich, dass ein Zielbetrag in einer Sitzung mehrmals erreicht wird.

    WETTART

    Die Art von Wette, die getätigt werden soll, ist von großer Bedeutung. Die Zahlungsquoten beim europäisches Roulette müssen dabei in Betracht genommen werden. Diese sind auf der folgenden Tabelle dargestellt:

    Wettarten in Zahlen

    WetteAuszahlungGewinnwahrscheinlichkeit
    Einfache Chancen (18 Zahlen)1:118/37 = 48,65 %
    Dutzend / Kolonne (12 Zahlen)2:112/37 = 32,43 %
    Linie (6 Zahlen)5:16/37 = 16,22 %
    Ecke (4 Zahlen)8:14/37 = 10,81 %
    Straße (3 Zahlen)11:13/37 = 8,11 %
    Split (2 Zahlen)17:12/37 = 5,41 %
    Straight-Up (1 Zahl)35:11/37 = 2,7 %

    Wie zu erwarten war, verringert sich die Gewinnwahrscheinlichkeit bei zunehmender Auszahlungsquote. Das ist auch nichts Neues. Warum ist es also für die Umsetzung der “Umgekehrten Martingale” Strategie von Bedeutung?

    ANALYSE

    Erstens sei gesagt, dass die “Umgekehrte Martingale” Strategie keinen langfristigen Gewinn garantieren kann! Gegen dem Hausvorteil im Roulette (oder auch jedes andere Spiel im Casino) ist noch kein Kraut gewachsen! Nun, das ganze System “hofft” auf eine Sequenz von Gewinnspiele. Wenn solch eine “Glückssträhne” dann passiert, wird diese ausgenutzt, um schnellen Profit zu machen, indem die gewonnenen Wetten weiterspielen, aber ohne dass der Spieler mehr als den Grundeinsatz investieren muss. Umgänglich “spielt er mit Hausgeld”.

    Es ist natürlich wahrscheinlicher, Wetten auf einer einfachen Chance hintereinander zu gewinnen, als auf einer einzigen Zahl. Doch durch das Weitersetzen von den gewonnenen Wetten, steigt der eingesetzte Betrag viel schneller bei den “Risiko Wetten” als bei den “sicheren”, jedoch weniger zahlenden Wetten. Als Beispiel werden in der nächsten Tabelle drei verschiedene Wetten verglichen. Das “Umgekehrte Martingale” System wird bei allem umgesetzt, d. h., nach jedem Gewinn wird der gewonnene Betrag dem ursprünglichen Einsatz addiert und weitergespielt. Der Grundeinsatz beträgt 1 €.

    Wetten in Zahlen

    Wette Rot

    ZahlEinsatzErgebnis
    31+1
    212+2
    144+4
    148+8
    +25 €

    Wette auf das 2. Dutzend

    ZahlEinsatzErgebnis
    31-1
    211+2
    143+6
    149+18
    +25 €

    Wette auf die Zahl 14

    ZahlEinsatzErgebnis
    31-1
    211-1
    14135
    14361260
    +1293 €

    Die Wette auf die einfache Chance hat viermal hintereinander gewonnen und damit schon ein Plus von 15 € heimgebracht. Obwohl das erste Spiel verloren ging, hat die Wette auf das Dutzend deutlich mehr gewonnen. Und die Wette auf die Zahl hat trotz gleicher Anzahl von verlorenen und gewonnenen Spiele das meiste Geld geschafft. Natürlich ist das nur ein gezielt ausgewähltes Beispiel. Es soll nur darstellen, dass die “sicheren” Wetten im Fall von dem “Umgekehrten Martingale” System eigentlich ihren Namen nicht treu sind. Denn im Verlustfall verlieren alle Wetten den gleichen Wert, nämlich den Grundbetrag von 1 € für jede Spielrunde.

    Dennoch ist das Erreichen von einem angemessenen Zielbetrag nicht unrealistisch und ein Spieler, der dies erreicht – vielleicht auch mehr als nur einmal – und sich entscheidet, für den Tag Schluss zu machen, kann mit einem Plus aufs Konto vom Casino fortgehen. Zu diesem Beispiel soll noch erwähnt werden, dass der vom Spieler gewünschte Zielbetrag eine wichtige Rolle spielt. Angenommen, der Zielbetrag wäre 1000 €, würden zwei hintereinander folgende Treffer auf einer Zahl schon reichen, um diesen zu erreichen – und das, obwohl der Grundeinsatz so niedrig wie 1 € ist!. Da dauert es bei den anderen beiden Wetten schon etwas länger (6 in Folge gewonnene Spiele für das Dutzend und sogar 10 bei den einfachen Chancen). Es folgt natürlich, dass der Zielbetrag schwieriger zu erreichen ist, wenn es zu hoch festgelegt ist, weil es mehr gewonnene Runden in Folge benötigt.

    DAUER DER SPIELSITZUNG

    Von den vom Spieler gewählten Startguthaben, Zielbetrag und Wettart hängt auch die Dauer des Spiels ab. Die zu erwarteten Spiele lassen sich durch mathematische Formeln ausrechnen, sodass der Spieler schon von vornherein ziemlich gut schätzen kann, wie viele Runden er zu spielen hat. Als Beispiel: Für eine Spielsitzung, in der die “Umgekehrte Martingale” Strategie benutzt werden soll, hat der Spieler 100 € als Startguthaben zur Verfügung. Er entscheidet sich, auf einfachen Chancen mit einem Grundeinsatz von 1 € zu spielen und setzt 1000 € als Zielbetrag ein.

    Es folgt also, das er im Laufe der Sitzung 100-mal ein Zyklus beginnen wird und dieser weiterläuft, bis die Wette verliert oder der Zielbetrag erreicht wird. Die Wahrscheinlichkeit, jede einzige Runde zu gewinnen liegt, wie schon oben erwähnt, knapp unter 50 %. Mit der Hilfe von einigen mathematischen Konzepte, wie geometrischen Folgen, kommt man zum Schluss, das die Sitzung etwas weniger als 200 Runden dauern wird. Es kann der Fall sein, dass die de facto zu spielenden Runden etwas mehr oder weniger sind, doch dieser Wert ist ein guter Anhaltspunkt. Natürlich kann der Spieler zu jeder Zeit sein Spiel unterbrechen und später fortsetzen, ohne etwas an seine Gewinnchancen büßen zu müssen. Allerdings ist es durchaus möglich, dass der Spieler mehrmals seinen Zielbetrag erreicht und mit einem großen Plus unterm Strich nach Hause geht.

    FAZIT

    Die “Umgekehrte Martingale” Strategie ist kein Wundermittel gegen den Hausvorteil. Ein Spieler, der diese Strategie langfristig einsetzt, muss damit rechnen, dass sein ganzes Budget irgendwann zu null schwindet. Dennoch gibt es einige Pluspunkte, die nicht zu übersehen sind. Jeder Zyklus fängt mit einer kleinen Wette an und beansprucht keine zusätzlichen Geldausgaben. Die Beträge, die während des Spiels einzusetzen sind, steigen zwar (im Gewinnfall) ziemlich schnell, doch werden dafür die gewonnenen Summen benutzt. Der Guthaben des Spielers wird dadurch nicht in Gefahr gebracht.

    Außerdem ist ein angemessener Zielbetrag realistisch erreichbar. Das bedeutet, dass der Spieler öfters zwar viele Zyklen verliert, doch den einen oder anderen für sich entscheidet und das für eine Positive Tagesbilanz ausreicht. Dazu kommt, dass der Spieler im Voraus schätzen kann, wie lang eine Sitzung dauern wird. Eine Situation, wo weitergespielt werden muss, um einem großen Minus hinterherzulaufen, wird nicht vorkommen. Die “Umgekehrte Martingale” Strategie taugt also was, wenn ein Spieler für eine Weile seinen Spaß haben will, ohne unbedingt ungeheure Mengen auf dem Tisch zu setzen. Trotzdem stehen die Gewinnchancen nicht schlechter als sonst, insofern – ganz wichtig! – der Spieler auch rechtzeitig vom Spiel weg geht.

    Der nächste Beitrag zum Thema alles Rund um Roulette – Progressiver Einsatz Roulette Strategie.

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