Viele Menschen träumen davon, einmal so richtig bei Gewinnspielen, im Lotto etc. abzuräumen. Die wenigsten beachten oder betrachten bei einem Gewinn das Kleingedruckte. Wenn hier wichtige Details übersehen werden, kann speziell in Deutschland und Österreich eine Zahlungsaufforderung fällig sein. Als Beispiel können hierfür die bekannten „Helfer-Dokus“ aus dem TV herangenommen werden, in denen Familien das Haus renoviert bekommen. Dies wird als geldwerter Vorteil bezeichnet und fällt somit in die Steuerpflicht. Dasselbe gilt auch für beliebte Shows wie „Wer wird Millionär“ und ähnliche Sendungen, bei solchen TV-Formaten kassiert das Finanzamt deutlich mit. Im Jahr 2005 erhielt der Gewinner der fünften Staffel der beliebten TV-Show „Big Brother“ eine Siegprämie von einer Million Euro. Eine Forderung des Finanzamts ließ nicht lange auf sich warten und der Gewinner zog daraufhin vor Gericht. Seine Begründung war, dass die Siegprämie so wie ein Lottogewinn einzustufen sei. Der Bundesgerichtshof sah das allerdings anders und kam 2012 zum Entschluss, dass dieser 700.000 Euro an Steuern (inklusive Zinseszinsen) vom Gewinner einfordern kann.

Etwas entspanntere Situation in Österreich

In Österreich hingegen ist die Situation etwas anders als in Deutschland. Hier werden Gewinner aus TV-Shows wie „Wer wird Millionär“ oder von Preisausschreiben etc., nicht zur Kasse gebeten. Für beide Länder gilt jedoch: Ist der Gewinn mit reinem Glück bzw. Zufall verbunden, so ist dieser als steuerfrei zu betrachten. Wobei diese Regelung nur das gewonnene Kapital betrifft, denn wenn das gewonnene Kapital im weiteren Verlauf angelegt wird und Zinsen abwirft, dann unterliegt dieses Kapital samt Renditen der Kapitalertragssteuer.

Gewinne aus (Online)-Casinos und Pokerplattformen

Über einen langen Zeitraum war die Versteuerung von Pokergewinnen, sowie aus Online- und regulären Casinos umstritten. Das hatte mit der Unschlüssigkeit zu tun, ob diese Gewinne mehr vom Können oder dem Zufall bzw. Glück abhängen. Mittlerweile konnte man sich darauf einigen, dass vor allem bei Freizeitspielern die Komponente des Glücks eindeutig überwiegt. Aus diesem Grund kam Finanzamt zum endgültigen Entschluss, dass die erzielten Glücksspielgewinne innerhalb der EU steuerfrei sind. Dieser Beschluss gilt nun für alle Spielbanken, Lotterien und Online-Casinos. Wer allerdings als professioneller Spieler eingestuft wird, weil regelmäßig höhere Gewinne erzielt werden und dies die Haupt- bzw. einzige Einnahmequelle darstellt, der gilt als gewerblicher und somit steuerpflichtiger Spieler.

Weitere Beschlüsse die beachtet werden sollten

Wenn ein Gewinn in einem der zahlreichen Online-Casinos mit Sitz und Lizenz in der Karibik erzielt wird, kann der Staat diesen Gewinn beschlagnahmen bzw. beanspruchen. Legale Casinos müssen eine Lizenz aus einem EU-Staat vorweisen, stammt ein Gewinn also aus einem der Casinos außerhalb der europäischen Union und ist dieser höher als 10.000 Euro, so ist man dazu verpflichtet diesen beim Zoll zu melden.
In diesem Fall fallen allerdings für den Gewinner keine Steuern an.

Bis 2017 mussten in der Schweiz sogar Lottogewinne versteuert werden. Mittlerweile hat der Nationalrat beschlossen, dass sowohl Lotto- als auch Casinogewinne, völlig steuerfrei vom Gewinner behalten werden dürfen. Des Weiteren dürfen Bürger in der Schweiz nur in Casinos mit Schweizer Zulassung spielen. In Österreich hingegen wird nach Art des Gewinns unterschieden, deshalb müssen nur jene Gewinne versteuert werden die als gewerbliche Gewinne eingestuft sind. Zu den gewerblichen Gewinnen zählen unter anderem Verlosungen, Filmpreise, die Teilnahme an bestimmten Unterhaltungssendungen usw. Verschont bleiben vom österreichischen Finanzamt beispielsweise Lotteriegewinne, Preisausschreiben, Staatspreise etc.

So sieht es mit Gewinnen in anderen EU-Ländern aus

Nun werden sich viele Fragen wie es mit einem Gewinn aussieht, der in einem anderen EU-Land erzielt wird. Dies wäre der Fall, wenn beispielsweise ein Eurolotto-Schein während eines Urlaubsaufenthalts in Italien, Spanien oder einem anderen EU-Land gespielt wurde.
Der Jackpot beim Eurolotto kann in rund 17 verschiedenen Ländern gewonnen werden, wobei ein Gewinn nur in jenem Land eingelöst werden kann, in dem der Eurolotto-Schein auch gekauft wurde. Die Regeln sind bekannt, ein Schein darf nur von Personen gekauft werden die mindestens 18 Jahre alt sind. Das bedeutet, dass der Gewinner bei einem Gewinn, nochmals in das jeweilige Land für die Auszahlung reisen müsste. Passiert das nicht während der gesetzlich vereinbarten Frist, so verfällt der Gewinn und dem Gewinner muss er nicht mehr ausbezahlt werden.

Neben Deutschland, der Schweiz und Österreich, sind Gewinne auch im Vereinigten Königreich (Großbritannien), sowie in Belgien steuerfrei.In den anderen EU-Ländern gibt es jeweils Sonderregelungen oder eine stufenweise Regelung. Mit Einnahmen aus Steuern, werden in den verschiedenen Ländern unterschiedliche Bereiche wie der Kunst und Kultur,- Sport,- oder der soziale Bereich gefördert.

Was ist eigentlich ein Gewinn?

Der Gewinn kann auch als Erfolg beschrieben werden, welcher sozusagen aus einer erwerbswirtschaftlichen und selbstständigen Tätigkeit heraus „gewonnen“ wird. Darüber hinaus wird dieser auch oftmals als positives Betriebsergebnis betitelt, welcher aus dem Aufwand und den Erträgen innerhalb eines Jahres entsteht. Ein Gewinn kann sowohl aus einem gewerbebetrieblichen Einkommen, aber auch aus dem Einkommen einer freiberuflichen Tätigkeit stammen.

In der Regel muss ein Geldgewinn nicht versteuert werden

Wenn ein Geldgewinn bei einem Glücksspiel erzielt wird, muss dieser grundsätzlich nicht versteuert werden. Dies ist im Paragraph 4 Nr. 9b des UStG verankert und demnach sind Glücksspielgewinne unabhängig von deren Höhe steuerfrei.
Das gilt nicht nur für Lottogewinne, denn auch Gewinne die in Spielbanken oder in Online-Casinos erzielt werden, müssen Gewinner nicht versteuern. Als Voraussetzung gilt allerdings, dass das jeweilige Online-Casino über eine behördliche Erlaubnis verfügt.

In diesen Fällen kann der Staat Steuern erheben

Obwohl im Grunde genommen Geldgewinne aus Glücksspielen steuerfrei sind, gibt es doch einige Ausnahmen. Wie bereits erwähnt, müssen professionelle Pokerspieler Steuern zahlen. Fällt ein Gewinn groß aus und wird dieser im weiteren Verlauf angelegt, müssen die daraus entstehenden Erträge und Zinsen versteuert werden. Dieses Recht gilt auch, wenn beispielsweise vom Gewinn eine Immobilie gekauft und vermietet wird, die erhaltenen Mieteinnahmen sind ebenso steuerpflichtig.

Zusammenfassung des Artikels

Bei der Steuerpflicht bzw. Steuerfreiheit sollte stets ein Blick auf die Gesetzeslage im jeweiligen Land geworfen werden. Die Regelungen im Zusammenhang mit der Steuerpflicht kann eben von Land zu Land unterschiedlich sein. In den meisten EU-Ländern gelten allerdings bis auf wenige Ausnahmen die gleichen Rechte. Bei ausländischen Casino-Anbietern mit Hauptsitz auf Steueroasen ist stets Vorsicht geboten. Werden (Groß)-Gewinne von solchen Anbietern verheimlicht, kann das für Gewinner ein böses Nachspiel haben. In diesem Fall kann neben der Nachzahlung der Steuern (bei Verheimlichung) eine hohe Strafe drohen. Bei Online-Anbietern mit EU-Lizenz können Gewinne bedenkenlos ausbezahlt werden, diese Anbieter führen Steuern bereits regelkonform nach geltendem EU-Recht ab.

Am sichersten und legitimsten sind nach wie vor heimische Anbieter von Glücksspielen, sprich heimische Online-Casinos, verstaatlichte Spielbanken, Lotterien etc. Bei diesen Anbietern wird zudem ein Verifikationsprozess durchgeführt, das bedeutet dass Spieler bzw. Kunden persönliche Daten wie einen Personalausweis, deren Wohnadresse usw. an den jeweiligen Anbieter übermitteln müssen. So können legale und verifizierte Anbieter sichergehen, dass bei der Registrierung und anschließendem spielen auch tatsächlich die angegebene Person dahintersteckt.

Das Fazit

Wenn bei seriösen und legitimierten Anbietern gespielt wird, muss sich der Kunde bzw. Spieler über Steuern keine Gedanken machen.
Egal ob Klein- oder Großgewinn, jeder Gewinn kann steuerfrei ausbezahlt und behalten werden. Aus diesem Grund besteht auch keine Meldepflicht dieser Gewinne. Regelmäßige Audits sorgen bei verstaatlichten und EU-lizensierten Casinos zudem für ein faires und sorgenfreies Spiel. Wenn dies alles beachtet wird steht einem sorgenfreien Spiel nichts mehr im Wege und über anfallende Steuern müssen sich einzig und allein die jeweiligen Anbieter Gedanken machen. Wir wünschen deshalb viel Glück und ein erfolgreiches Spiel!

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